Maleh, Oppitz & Seberg

DIE (WIRKLICH) ALLERLETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT

Kabarett mit Nadja Maleh, Klaus Oppitz und Gregor Seberg

Im Supermarkt stiehlt ein Mann dem anderen das Klopapier aus dem Einkaufswagen. Zwei Autofahrer geraten über die letzte Parklücke in Streit und lösen einen Verkehrskollaps aus. Polizisten wandern durch eine leere Einkaufsstraße und steigern sich in Machtfantasien. Ein Ehepaar hat sich in seiner Wohnung verbarrikadiert und kann sich nun nicht mehr länger aus dem Weg gehen. Facebook User liefern einander einen Schusswechsel der Kommentare über Legalität oder Illegalität des Spazierengehens. Eine Gruppe Alkoholiker nimmt wehmütig ihre letzten Schlucke, bevor ihr Stammbeisl die Pforten schließt. Eine Familie zieht eine Mauer zu ihren Nachbarn hoch, von denen man sich erzählt, sie hätten sich infiziert. Ein 72jähriger Partner einer Anwaltskanzlei löst auf der Intensivstation zusammen mit einer Pflegerin nur vorübergehend soziale Unterschiede auf. Und dann sind da noch Kanzler und Minister, die sich auf ihre ganz eigene Art mit dem Ausnahmezustand auseinandersetzen.

Wir schreiben das Jahr 2020 und draußen tobt weder der Erste Weltkrieg noch die Zombie-Apokalypse, sondern das Virus Covid-19. Doch gerade in dieser Krise blubbert das typisch Österreichische an die Oberfläche. Jene Mischung aus Schicksalsergebenheit, Rechthaberei und Verschlagenheit, die von Touristen gerne als Charme missverstanden wird.

In raschen Szenenfolgen wird ein Land im Ausnahmezustand skizziert, in dem man es sich doch irgendwie gemütlich eingerichtet hat. Man ist einsam, während man auf die Anderen mit der Schrotflinte lauert.

In diesen Zeiten von Pest und Cholera unternehmen Nadja Maleh, Klaus Oppitz und Gregor Seberg einen Tauchgang in die schlammigen Untiefen der Österreichischen Seele.